10.05.2016

Inszeniertes Gruppenfoto 2

Dieses Foto ist das Motiv für das aktuelles Sommerkonzert "meines" Chores.
Wie beim Motiv des letzten Jahres habe ich die Personen in kleinen Gruppen in unserem Übungsraum fotografiert, in Photoshop "ausgeschnitten" und zu einem möglichst natürlich wirkenden Gesamtbild auf das Parkplatzfoto montiert. Die unterschiedliche Beleuchtung des Platzes und der Personen lässt das Ganze etwas künstlch aussehen, was ich aber ganz gut finde. Schwieriger war die Verbindung der Füße mit dem Boden mit Hilfe von Schatten und Lichtreflexen.

Von jeder Gruppe habe ich teilweise über 20 Aufnahmen gemacht und das jeweils ausdrucksvollste Foto ausgesucht.

Auch diese Auswahl trägt zu dem künstlich gestellten und gleichzeitig trotzdem auch natürlichen Gesamteindruck des Bildes bei.
Diese Ambivalenz, die Collage posierender Menschen in einem natürlich wirkenden Bildzusammenhang, ist sehr reizvoll. Die Verfahrensweise erinnert an große Historienbilder von Feldherren, die Schlachten beobachten oder bei Krönungen oder an die Verherrlichung von Revolutionsarmeen in Gemälden. Auch hier mussten die einzelnen Personen im Atelier posieren und der Künstler setzte das vorkomponierte Bild so Stück für Stück, Person für Person zusammen.

Ein solches Gemälde, "Der Einzug Karls des V. in Antwerpen" von Hans Makart, hängt in der Hamburger Kunsthalle. Auch hier marschiert eine genau durchkomponierte Gruppe auf den Betrachter zu.






Ich hätte mir das Bild gerne angesehen. Aber weil die Kunsthalle wegen eines Umbaus lange Zeit geschlossen war, war das nicht möglich. Um so mehr habe ich mich auf die Wiedereröffnung gefreut.  Anfang Mai war dann die Wiedereröffnung, aber man hielt das Bild, bzw. diese Art von Malerei, wohl nicht mehr für relevant genug. Hinzu kommt, dass das Bild im neuen (eigentlich ursprünglichen) Eingangsbereich hängt und den ersten starken Akzent setzt. Dafür hielt man es wohl nicht für geeignet. Kurz: Man kann das Bild, wie ich gehört habe, gar nicht mehr ansehen. Kurios dabei ist: Das Gemälde war zu groß, so dass man es nicht beschädigungsfrei abhängen und aus dem Raum schaffen konnte. Darum hat man es, wie ich gehört habe, "eingemauert", also eine Mauer davor gezogen, an der jetzt Bilder hängen, die einen etwas "moderneren" Ersteindruck der Sammlung vermitteln. Schade. Gerade jetzt, wo ich diese Art von Malerei beginne cool zu finden, wird sie weggesperrt.

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