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29.06.2015
Lesung
01.06.2015
Lesung
Meine erste Lesung für Kinder findet hier in unserem kleinen Hamburger Stadtteil statt. Hier ist alles klein und sympathisch. Die Buchhandlung, die die Lesung veranstaltet, ist richtig gemütlich. Ich schätze nicht größer als 30 qm, aber sehr gut sortiert und sehr engagiert, was man schon an der website sieht:
wwwbuecherinkleinborstel.de
Ihr gegenüber liegt eine kleine Kneipe mit einem Zeltanbau, in dem man am Wochenende Bundesligaspiele anschauen kann. Da findet die Lesung statt. Und ein wenig zeichnen werde ich übrigens auch. Ich freue mich drauf.
28.03.2015
Mäuseabenteuer 7 — Leseprobe
"Biola und das Geheimnis der alten Mühle" ist erschienen. Wer das Buch bei mir bestellt, der bekommt eine Widmung und eine kleine Zeichnung. Hier links kann man sich eine aussuchen...
Was muss man tun? Eine Email an Mail(at)TheesCarstens.de schreiben,
Motiv(e) und Name(n) für die Widmung(en) wünschen, Stückzahl und die Empfängeradresse nennen. Das Buch kostet 12,95 Euro und ist versandkostenfrei.
Wer schon mal in die Geschichte hineinlesen möchte kann das hier tun.
LESEPROBE
Biola und Ched sind zwei junge Mäuse und Freunde. Sie wohnen mit fünf Mäusefamilien in einem schlossartigen, alten Vogelbauer im obersten Stock einer alten Windmühle.
Alles wäre gut, wenn unter der Mühle nicht die Ratten leben würden. Die Mäuse haben Angst vor ihnen und gehen ihnen aus dem Weg. Und Biolas Großvater Mascarpone wird nicht müde den Alleinanspruch der Mäuse auf die Mühle zu predigen. Und damit auch die Feindschaft mit den Ratten. Eines abends wollen Biola und Ched einen verbotenen Ausflug in den Gemüsegarten des Müllers machen...
„Hörst du das?“, fragte Ched. „Ja“, flüsterte Biola, als sie sich fast ohne ein Geräusch zu machen durch die verbogenen Stäbe der Drahtkuppel aus dem Mäuseschloss gestohlen hatten. „Das sind die Ratten.“
Biola und Ched lauschten in die düstere Mühle hinunter. Es war zu dunkel, um etwas zu erkennen. Aber man hörte die Ratten in der Finsternis - ihr Rascheln und Schaben, nagende Zähne, geheimnisvolles Flüstern. Schleifgeräusche. Knabbern und Schmatzen. Und das vielfache Kratzen von scharfen Krallen auf den Holzdielen.
„Da können wir unmöglich durchgehen“, flüsterte Ched. „Das sind so viele... Das sind mindestens... Ich weiß nicht... Die werden uns... Aber wir haben ja keine Angst... Oder? Oder doch?“
„Wir gehen nicht durch die Mühle“, grinste Biola und fing an, auf einen Dachbalken zu klettern. Ched folgte ihr neugierig.
„Und wie kommen wir dann in den Gemüsegarten?“ „Hiermit!“ Biola war direkt unter dem Dach angekommen und zog ein Stück Stoff aus einer Ritze zwischen zwei Balken. Dann zwängte sie sich zwischen zwei Kupferplatten durch, mit denen das Dach gedeckt war. Ched folgte ihr ins Freie – und staunte. Über ihnen spannte sich ein beeindruckender Sternenhimmel, von den Feldern im Osten bis hinüber zum Haus des Müllers und dem dahinter liegenden Wald auf der anderen Seite der Mühle. Überall leuchteten Sterne. Es war ein so majestätischer Anblick, dass Ched einen Moment vergaß zu atmen. Als er sich schließlich nach Biola umsah, hielt sie ihm eine Schnur entgegen.
„Wir müssen uns aneinander knoten“, sagte sie und legte Ched das Band um die Brust. Nachdem sie es mehrfach verknotet hatte, hob sie den Stoff auf, den sie aus der Mühle mitgebracht hatte. Er war mit mehreren Schnüren an dem Band befestigt, das Biola und Ched umfasste. „Und jetzt laufen wir!“, rief sie und rannte das Dach hinunter auf die Dachkante zu. Ched, den sie gerade an sich festgebunden hatte, musste mitlaufen.
„Was machst du?“, schrie er. „Wir fallen vom Dach! Wir fallen vom Dach!“
„Ja, genau“, rief Biola ausgelassen. „Mal sehen, ob es funktioniert!“
„Was??! Ob was funktio...“
In diesem Moment sprang Biola in den Abgrund, warf den Stoff, den sie in den Händen gehalten hatte, in die Luft und umklammerte Ched.
„Biola!“, kreischte Ched in Todesangst, aber im nächsten Augenblick geschah etwas Unerwartetes. Der Stoff, den Biola in die Luft geworfen hatte, faltete sich mit einem flappenden Geräusch auf und bremste ihren Sturz. Sie hingen an einem Fallschirm.
Die Nacht war nicht nur sternenklar, sondern auch mondhell. Im Hinabschweben sah Ched den Hof, das Haus, die Mühle, die Wiese und den Gemüsegarten. Er sah die ganze Welt! Nein, er konnte sogar über die Grenzen der Welt hinaussehen. Hinter dem Wald schien es eine Anhöhe zu geben. Und dahinter einen ZWEITEN Wald. Alles war klein und tief unter ihnen, aber es kam näher. Immer näher!
„Kann dieses Ding auch landen?“, fragte Ched vorsichtig.
„Zwangsläufig!“, rief Biola. Sie fielen ziemlich schnell und inzwischen wurde die Sache sogar Biola ein wenig unheimlich.
Aber Ched und Biola hatten Glück. Ihr schwindelerregender, viele Meter tiefer Fall wurde von einem Lavendelstrauch gebremst. Nur ein paar Zentimeter weiter wären sie von den Dornen einer Rosenstaude empfangen worden. Biola nahm sich vor, über eine Möglichkeit der Steuerung ihres Fallschirms nachzudenken, als sie sich aus dem Lavendel befreiten.
„Du duftest gut!“, sagte sie zu Ched mit einem Lächeln. „Nach Lavendel!“
„Wir duften beide!“, antwortete Ched und lachte. Sie falteten den Fallschirm zusammen und versteckten ihn in dem Lavendelstrauch. Dann schlichen sie im Schatten der Rosen hinüber zur Mauer, die den Gemüsegarten umgab.
Es war eine vollkommene Nacht. Die Luft war abgekühlt, aber noch warm genug, um sich wohl zu fühlen. Über Ched und Biola funkelten die Lichter der Milchstraße und der Mond tauchte den Gemüsegarten in sein blasses Licht. Hier im Garten gab es so gutes Essen – und alles wartete nur darauf angeknabbert zu werden. Aber wo sollte man anfangen? Ched und Biola begannen mit den Erdbeeren und probierten anschließend einige junge Karotten. Danach widmeten sie sich ausgiebig dem Salat und naschten auch noch ein wenig an der Petersilie. Zum Abschluss fanden sie zwei Kirschen, die ein Vogel im angrenzenden Obstgarten abgerupft und über dem Gemüsegarten verloren hatte. Biola und Ched waren hingerissen und berauscht von den vielen Gerüchen im Gemüsegarten. Das war wirklich mal etwas anderes als immer nur an Körnern zu knabbern. Als sie satt waren, machten sie es sich an den Feldsteinen der Gartenmauer im Schutz eines Johannisbeerstrauches bequem. Ched seufzte zufrieden.
„Das ist die schönste Nacht meines Lebens“, murmelte er glücklich und lehnte sich lächelnd an Biola. Biola legte ihren Kopf auf Cheds Schulter. Das fühlte sich gut an.
„Ja“, flüsterte sie. „Das ist wirklich eine schöne Nacht. Zusammen mit dir.“
Ched und Biola betrachteten die Sterne, die durch die Blätter des Johannisbeerstrauches blinkten.
„Ich liebe den Gemüsegarten!“, sagte Biola. „Man müsste viel öfter hierher kommen.“
„Das stimmt“, antwortete Ched. „Warum führt uns dein Großvater eigentlich nie hierher? Immerhin ist er unser Chef und sollte für uns sorgen!“
„Er hat sicher Angst vor Remus, dem Mühlenkater. Er will uns nicht in Gefahr bringen.“
„An Remus habe ich heute noch gar nicht gedacht“, murmelte Ched. „Hast du ihn gesehen?“
„Als wir bei den Karotten waren, lief er da drüben auf der Gartenmauer entlang.“
„Warum hast du mich nicht gewarnt?“
„Weil er uns nicht bemerkt hat. Wenn er uns entdeckt hätte, dann hätte ich dich gewarnt. Übrigens“, fuhr sie fort, „ich wollte dir noch etwas erzählen. Etwas von gestern. Am Nachmittag kam mein Großvater zu spät zum Körnerknabbern.“
„Das passt gar nicht zu ihm“, sagte Ched.
„Genau“, meinte Biola. „Und als ich ihn gesucht habe, fand ich ihn in einem Schuh unten am Gerüm- pelberg. Allein. Dann kam er heraus – ohne mich zu bemerken. Ich habe mich gefragt, was er in dem Schuh gemacht hat.“
„Und dann?“
„Ich bin in den Schuh hineingegangen. Aber darin lag nur eine Streichholzschachtel.“
„Und?“, fragte Ched gespannt. „Und was?“ Biola verstand nicht was er meinte. „Was war in der Streichholzschachtel?“ Biola war verblüfft. Wieso hatte sie nicht nachgesehen?
„Du hast sie NICHT geöffnet?“, fragte Ched. „Ich hatte etwas Ungewöhnliches erwartet. Etwas Be-
sonderes! Etwas anderes als eine Streichholzschachtel!“ Ched stöhnte.
„Biola!“, sagte er. „Warum... egal! Naja... Morgen müssen wir jedenfalls nachsehen, was in dieser
Schachtel ist! Sonst kann ich keine Nacht mehr schlafen.“
Biola ärgerte sich über sich selbst. Warum war sie nicht auf die Idee gekommen, die Schachtel zu öffnen.
„Wir sehen hinein, wenn Großvater morgen Nachmittag die Orden verleiht. Dann ist er beschäftigt und wird uns nicht erwischen“, schlug sie vor.
„Das ist gut“, meinte Ched, und nach einer Pause bemerkte er nachdenklich: „Wenn dein Großvater die Streichholzschachtel versteckt, dann muss etwas sehr Wichtiges darin sein! Hattest du denn Angst nachzusehen?“
„Nein“, protestierte Biola. „Natürlich nicht. Ich habe einfach vergessen nachzuschauen. Ich habe nie Angst!“
„Ach ja?“, fragte Ched lächelnd. „Du fürchtest dich nie?“
Biola überlegte. Sie war oft wagemutig. Vielleicht sogar leichtsinnig. Insofern konnte man tatsächlich annehmen, dass sie keine Furcht kannte. Aber es gab natürlich auch bestimmte Ereignisse, vor denen sie Angst hatte. So wie jeder andere auch!
„Vor Streit in der Familie habe ich Angst“, sagte sie. „Davor, dass Ini etwas passiert. Oder meinen Eltern oder dir. Und früher vor Gewitter. Manchmal vor der dunklen Mühle. Und vor den Ratten natürlich.“
„Vor den Ratten haben alle Angst“, entgegnete Ched, „meine Familie auch.“
„Großvater sagt ständig, dass die Ratten unsere Feinde sind.“
„Was sonst? Sie stehlen unser Korn!“
„Mama und Papa sagen, es sei genug Korn für alle in der Mühle. Aber mein Onkel meint, alle Ratten sollten getötet werden. Weißt du, was ich heute Nacht geträumt habe?“
„Was denn?“
„Ich war auf dem Steinboden bei den Mühlsteinen. Er stand voller Getreidesäcke. Aber es war heller Tag. Und dann war da eine kleine Maus, die hat gesagt, dass alles auf dem Steinboden uns gehört.“
„Uns beiden?“
„Nein. Uns! Uns allen! Uns Mäusen und auch den Ratten! Es war ein ganz eigenartiger Traum. Plötzlich war meine Familie auch da und mein Großvater begann wieder auf die Ratten zu schimpfen.“
„Typisch! So ist dein Großvater!“, bemerkte Ched.
„Aber die graue Maus schien keine Angst vor den Ratten zu haben“, fuhr Biola fort, „sie meinte, wir sollten Freundschaft mit ihnen schließen. Denn dann wäre es leichter, mit ihnen das Korn zu teilen.“
„Teilen? Mit den Ratten? Was für ein Schwachsinn!“, rief Ched. Plötzlich aber hörten er und Biola eine Stimme hinter sich: „Warum nicht?“
Sie drehten sich erschrocken um und Biola stieß ein kurzes Quieken aus. Auf der Mauer saß eine alte, graue und sehr unscheinbare Maus und winkte ihnen zu. Sie kam zu ihnen heruntergeklettert.
„Die Maus! Das ist doch die Maus aus meinem Traum!“, flüsterte Biola...
13.03.2015
Mäuseabenteuer 6 — Buchcover
Vor Kurzem kam der Umschlag zu meinem ersten Jugend- bzw. Kinderbuch.
Für den Buchrücken hat der Verlag ein kleines rundes Signet entworfen, das ich sehr schön finde. Die Maus kommt auch als Vignette im Buch vor.
Das Manuskript war noch nicht abgeschlossen, als das Cover festgelegt werden musste. In dem bereits fertigen Text war keine geeignete Cover-Szene enthalten, so dass ich ein Motiv gezeichnet habe, von dem ich nicht genau wusste, ob es genau so im Buch vorkommen würde. Inzwischen kann man das Motiv aber zwei Textstellen zuordnen, wenn man will.
Die beiden wesentlichen Elemente des Covermotivs jedenfalls, die Mäuse und die Mühle, und die etwas geheimnisvolle Atmosphäre des Bildes passen sehr gut zu der Geschichte.
19.01.2015
Mäuseabenteuer 5
Das Manuskript für meinen Mäuseroman ist fertig! Jetzt zeichne ich noch 32 Illustrationen dazu. Links sieht man eine davon. Das Buch wird im März erscheinen.
Die Geschichte handelt von dem Mäusemädchen Biola, die mit ihrer Sippe in diesem alten Vogelkäfig im obersten Stock einer Mühle lebt. Die Mäuse fühlen sich bedroht durch Ratten, die unter der Mühle hausen und ihnen das Korn streitig machen. Werden die beiden Gruppen ihre Vorurteile und Ängste überwinden und eines Tages zusammenarbeiten, so wie Biola es sich wünscht?
Es ist irgendwie erschreckend, wie aktuell der Stoff ist. Aber da es eine Abenteuergeschichte für Kinder ab 8 Jahren ist (und eine Fabel für Erwachsene), kann ich schon verraten, dass am Ende (fast) alles gut ausgeht!
Unter diesem Link...
http://www.amazon.de/Biola-Geheimnis-alten-Mühle-Mäuseabenteuer/dp/3865067492/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1421686605&sr=8-1&keywords=Biola
... kann man sich das Buch schon mal ansehen – um es dann beim lokalen Händler vorzubestellen.
01.11.2014
Mäuseabenteuer 4
Bericht aus der Werkstatt:
Im Sommer habe ich im Zusammenhang mit einem eigenen Buchprojekt (Biola und das Geheimnis der alten Mühle) Klassiker des Mäuseroman-Genres gelesen und hier vorgestellt. Jetzt erscheint mein eigener Mäuseroman tatsächlich – und zwar schon im Frühjahr nächsten Jahres.
Es wird eine spannende Abenteuergeschichte für Kinder ab zehn Jahren sein und gleichzeitig eine Fabel über das Streiten und das Versöhnen.
Fragen, die mich beim Schreiben beschäftigt haben waren zum Beispiel: Wer nimmt in einem Streit welche Rolle ein? Wer facht einen Streit mit welchen Haltungen immer wieder neu an? Wer leidet eigentlich am meisten unter einem Streit? Die Streitparteien? Oder auch noch andere, Unbeteiligte? Wer hat möglicherweise gar kein Interesse an einer Versöhnung? Welche Maßnahmen, die einen Streit beenden sollen, befördern ihn sogar noch? Welche Haltungen und Kränkungen müssen neu bewertet werden, bevor man in der Lage ist, einen Streit beenden zu können? Und ist es möglich einen Streit "einseitig" zu beenden?
29.07.2014
Mäuseabenteuer 3
Im Zusammenhang mit einem eigenen Buchprojekt (Biola und das Geheimnis der alten Mühle) habe ich in der letzten Zeit einige Klassiker des Mäuseroman-Genres gelesen...
Eve Titus und Paul Galdone (Illustrationen) Basil der Mäusedetektiv — Die verschwundenen Zwillinge / Originaltitel: Basil of Baker Street
Die Detektivgeschichte von Eve Titus erzählt von Basil, einer Maus, die im Keller des Hauses von Sherlock Holmes in der Baker Street in London wohnt. Wie der "echte" Holmes hat sie einen Biographen, der Dr. Dawson heißt, und von ihren Abenteuer berichtet.
Im ersten Band der Reihe (auf englisch 1958 veröffentlicht, auf deutsch 1987) suchen Basil und Dawson die entführten Zwillingsmäusemädchen von Basils Nachbarn Mr. und Mrs Proudfoot. Die Geschichte für Kinder im Grundschulalter ist spannend erzählt und, wie ich finde, sehr schön illustriert — von Paul Galdone.
Die Mäusewelt von Basil und Dawson existiert leider relativ parallel zur Menschenwelt und überschneidet sich nur an einigen wenigen Stellen mit ihr – zum Beispiel als die Hauptfiguren menschliche Verkehrsmittel benutzen: "Es war gut, dass wir so klein waren. So bemerkte uns niemand, als wir auf den Bahnhof und dann in ein leeres Abteil der ersten Klasse huschten", erzählt Dawson. Die Autorin benutzt den Kontrast zwischen den kleinen Mäusen und den großen Menschen aber nicht, um die Handlung zu dramatisieren.
Die Überschneidungen zwischen Mäuse- und Menschenwelt machen für mich eigentlich erst den Reiz einer Mäusegeschichte aus. Bei Eve Titus sind keine Überschneidungen notwendig, weil die Mäuse in ihrer Parallelgesellschaft über fast alles verfügen, was es in derselben Form auch bei den Menschen gibt – nur eben in Mäusegröße: Haushaltsgegenstände, Häuser, oder beispielsweise auch Schiffe. Da fragt man sich, warum die Geschichte eigentlich von Mäusen und nicht gleich von Menschen handelt.
Gut gefallen haben mir – neben den Bildern – der Humor und auch die leichte Ironie, mit der der "große" (!) Mäusedetektiv geschildert wird.
Basil, der Mäusedetektiv, dessen Name eine Anspielung auf den Schauspieler und 14-maligen Sherlock-Holmes-Kinofilmdarsteller Basil Rathbone ist, wird als vornehme, mutige, gerechte und listige Maus mit Stil beschrieben, die mit Scharfsinn ihre Fälle löst und den "echten" Sherlock Holmes bewundert. Unter anderem auch dessen Geigenspiel:
Basil, der Mäusedetektiv, dessen Name eine Anspielung auf den Schauspieler und 14-maligen Sherlock-Holmes-Kinofilmdarsteller Basil Rathbone ist, wird als vornehme, mutige, gerechte und listige Maus mit Stil beschrieben, die mit Scharfsinn ihre Fälle löst und den "echten" Sherlock Holmes bewundert. Unter anderem auch dessen Geigenspiel:
"Dann hob er (der richtige Sherlock Holmes) den Bogen und spielte ein Stück von Paganini. Wir spitzten die Ohren, denn er spielte wundervoll.
'Bravo!' piepste Basil"
Die Geschichte des ersten Bandes ist ähnlich wie eine Sherlock-Holmes-Geschichte zügig erzählt und für Kinder sicherlich spannend. Leider gibt es nur einen der fünf Bände auf deutsch.
Wo Mäuse sind, da ist Disney nicht weit weg: Der Animationsfilm Basil, der große Mäusedetektiv bezieht sich nicht auf eine bestimmte Geschichte der fünfteiligen Reihe, greift aber einige Motive auf. Er gehört zu den unterschätzten und durchaus sehenswerten Disney-Filmen. Besonders der eloquente Bösewicht Rattenzahn ist sehr schön charakterisiert. Ein Schurke mit mindestens genau so viel Stil wie sein Gegenpart Basil.
Wo Mäuse sind, da ist Disney nicht weit weg: Der Animationsfilm Basil, der große Mäusedetektiv bezieht sich nicht auf eine bestimmte Geschichte der fünfteiligen Reihe, greift aber einige Motive auf. Er gehört zu den unterschätzten und durchaus sehenswerten Disney-Filmen. Besonders der eloquente Bösewicht Rattenzahn ist sehr schön charakterisiert. Ein Schurke mit mindestens genau so viel Stil wie sein Gegenpart Basil.
16.06.2014
Mäuseabenteuer 2
Im Zusammenhang mit einem eigenen Buchprojekt (Biola und das Geheimnis der alten Mühle) habe ich in der letzten Zeit einige Klassiker des Mäuseroman-Genres gelesen...
Robert C. O'Brian Frau Frisby und die Ratten von NIMH
Frau Frisby und die Ratten von NIMH ist eine Abenteuergeschichte und gleichzeitig eine Tierfabel aus dem Jahr 1971.
In der Abenteuergeschichte versucht eine alleinerziehende tapfere Mäusewitwe mit vier kleinen Mäusekindern einen Weg zu finden, ihren lungenkranken jüngsten Sohn zu retten. Dafür benötigt sie die Hilfe einiger Ratten. Diese sind einem menschlichem Versuchslabor entronnen, in denen sie intelligent "gemacht" wurden.
Die intelligenten Ratten haben festgestellt, dass sie als Kulturfolger auf Kosten der Menschen leben, was sie nun mit moralischen Bedenken erfüllt. Sie beschließen darum eine menschenunabhängige Kommune zu gründen und die Menschen nicht mehr zu bestehlen.
Ein Teil der Ratten aber ist dazu nicht bereit und will am bequemen Schmarotzerleben festhalten. Der Autor bestraft diese Entscheidung indem er die Gruppe im Verlaufe einer ihrer Raubzüge durch einen Stromschlag eliminiert.
Die andere Gruppe, die sich von den Menschen unabhängig machen will, überlebt trotz Bedrohung durch die Menschen - nicht zuletzt dank der tapferen Frau Frisby.
Frau Frisby wird als treusorgende, eigentlich wenig abenteuerliche, aber sehr mutige Mäusemutter geschildert und man folgt ihrem Weg mit Interesse und auch ein wenig Spannung.
Die Geschichte der Ratten, die wie eine Tierfabel von ihnen selbst in der Rückschau erzählt wird, fällt gegen die eigentliche Handlung etwas ab. Die Mäuse und auch die anderen Tiere werden in Frau Frisby und die Ratten von NIMH nicht als Menschen in Tiergestalt geschildert, sondern als scheue Naturwesen, die sich gegen den Hofkater, den Pflug des Bauern und das Wetter behaupten müssen. Dass Frau Frisby eine Maus ist, spielt also für die Dramaturgie der Geschichte tatsächlich eine Rolle. Und aufgrund der Rattenepisode kann man das Buch sogar als Meta-Tierfabel, als Kommentar auf vermenschlichte Tierfiguren lesen.
Mit dem Animationefilm Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIHM von Don Bluth hat das Buch einige Motive gemeinsam, in den Grundaussagen unterscheiden sich die Geschichten aber deutlich. Der Film ist ungewöhnlich düster und atmosphärisch. Das Design erinnert an Disney-Filme, aber es handelt sich nicht um eine Disney-Produktion.
Im Zusammenhang mit einem eigenen Buchprojekt (Biola und das Geheimnis der alten Mühle) habe ich in der letzten Zeit einige Klassiker des Mäuseroman-Genres gelesen...
Robert C. O'Brian Frau Frisby und die Ratten von NIMH
Frau Frisby und die Ratten von NIMH ist eine Abenteuergeschichte und gleichzeitig eine Tierfabel aus dem Jahr 1971.
In der Abenteuergeschichte versucht eine alleinerziehende tapfere Mäusewitwe mit vier kleinen Mäusekindern einen Weg zu finden, ihren lungenkranken jüngsten Sohn zu retten. Dafür benötigt sie die Hilfe einiger Ratten. Diese sind einem menschlichem Versuchslabor entronnen, in denen sie intelligent "gemacht" wurden.
Ein Teil der Ratten aber ist dazu nicht bereit und will am bequemen Schmarotzerleben festhalten. Der Autor bestraft diese Entscheidung indem er die Gruppe im Verlaufe einer ihrer Raubzüge durch einen Stromschlag eliminiert.
Fazit: Das Buch Frau Frisby und die Ratten von NIMH ist klug und interpretationsfähig geschrieben, nicht so süßlich, wie man annehmen könnte, aber auch nicht übermäßig spannend.
28.05.2014
Mäuseabenteuer 1
Im Zusammenhang mit einem eigenen Buchprojekt (Biola und das Geheimnis der alten Mühle) habe ich in der letzten Zeit einige Mäuseromane gelesen.
Margery Sharp The Rescuers
Miss Bianca und ihre Freunde - so heißt das Buch auf deutsch - ist der erste von neun Bänden der Autorin Margery Sharp, aus denen die Motive zu dem Disney-Film Bernard und Bianca stammen.
Bianca wird im ersten Buch – viel deutlicher als im Film – als eine außerst verzärtelte, später allerdings auch als sehr mutige Mäusedame geschildert, die in einem Porzellanschloss als Haustier bei einem Diplomatensohn wohnt und nur zufällig in eine Befreiungsaktion hineingerät.
Bernard wird als bodenständige Mittelschichtsmaus dargestellt, die in einer Speisekammer "arbeitet". Darüber hinaus gibt es noch, anders als im Film, die Maus Nils, einen Seemann, bzw. eine Seemaus, die ein ganzes Sammelsurium an praktischen Ausrüstungsgegenständen in ihren Stiefeln mit sich herumträgt. Im Wikipedia-Artikel zum Film The Rescuers werden einige Unterschiede zwischen den Büchern und dem Disney-Film geschildert.

Im ersten Band der Buchreihe befreien Miss Bianca, Bernard und Nils einen norwegischen Dichter, der als politischer Gefangener in "der schwarzen Burg" schmachtet. Inhaltlich hat die Geschichte wenig mit dem Disney-Film zu tun. Die Story ist aber durchaus spannend erzählt, oft mit einem genauen Blick auf die Beziehungen der Mäuse untereinander und ihre unterschiedlichen Charaktere. Die gelungene Schilderung der Charaktere macht das Buch auch für ältere Leserinnen und Leser interessant.
Gelungen finde ich übrigens auch die Bilder, die angenehm altmodisch wirken. Naja, kein Wunder. Die deutsche Ausgabe ist von 1963, die Originalausgabe sogar schon von 1959, was man der gut erzählten Geschichte aber nicht anmerkt. Dass die Disney-Designer sich an den Buchillustrationen orientiert haben sieht man, wenn man ein Filmbild (unten) mit einer der Illustrationen (darunter) vergleicht.
Nur wenige der Bianca-Romane sind auf deutsch erschienen. Einer davon ist Bianca - Ihre Abenteuer im Diamantenschloß, erschienen 1962 (englisch) und 1967 (deutsch).
Die Geschichte ist zwar keine exakte Vorlage für den Film, aber sie enthält viele verwandte Motive. Der weibliche Bösewicht, eine herzlose Herzogin und ihr etwas zurückgebliebener Haushofmeister erinnern an die gemeine Medusa und ihren Gehilfen aus dem Film.
Die Hunde der Herzogin - Tod und Teufel - könnten Pate gestanden haben für Madame Medusas Krokodile Brutus und Nero.
Die böse Herzogin liebt außerdem - wie Madame Medusa - Diamanten. Und sie hat ein Mädchen entführt, das Patricia heißt. Im Film heißt das entführte Kind Penny. Wie Penny wird auch Patricia am Ende der Geschichte adoptiert.
Margery Sharp The Rescuers
Miss Bianca und ihre Freunde - so heißt das Buch auf deutsch - ist der erste von neun Bänden der Autorin Margery Sharp, aus denen die Motive zu dem Disney-Film Bernard und Bianca stammen.
Bianca wird im ersten Buch – viel deutlicher als im Film – als eine außerst verzärtelte, später allerdings auch als sehr mutige Mäusedame geschildert, die in einem Porzellanschloss als Haustier bei einem Diplomatensohn wohnt und nur zufällig in eine Befreiungsaktion hineingerät.
Bernard wird als bodenständige Mittelschichtsmaus dargestellt, die in einer Speisekammer "arbeitet". Darüber hinaus gibt es noch, anders als im Film, die Maus Nils, einen Seemann, bzw. eine Seemaus, die ein ganzes Sammelsurium an praktischen Ausrüstungsgegenständen in ihren Stiefeln mit sich herumträgt. Im Wikipedia-Artikel zum Film The Rescuers werden einige Unterschiede zwischen den Büchern und dem Disney-Film geschildert.

Im ersten Band der Buchreihe befreien Miss Bianca, Bernard und Nils einen norwegischen Dichter, der als politischer Gefangener in "der schwarzen Burg" schmachtet. Inhaltlich hat die Geschichte wenig mit dem Disney-Film zu tun. Die Story ist aber durchaus spannend erzählt, oft mit einem genauen Blick auf die Beziehungen der Mäuse untereinander und ihre unterschiedlichen Charaktere. Die gelungene Schilderung der Charaktere macht das Buch auch für ältere Leserinnen und Leser interessant.
Gelungen finde ich übrigens auch die Bilder, die angenehm altmodisch wirken. Naja, kein Wunder. Die deutsche Ausgabe ist von 1963, die Originalausgabe sogar schon von 1959, was man der gut erzählten Geschichte aber nicht anmerkt. Dass die Disney-Designer sich an den Buchillustrationen orientiert haben sieht man, wenn man ein Filmbild (unten) mit einer der Illustrationen (darunter) vergleicht.
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| Buchillustration von Garth Williams |
Nur wenige der Bianca-Romane sind auf deutsch erschienen. Einer davon ist Bianca - Ihre Abenteuer im Diamantenschloß, erschienen 1962 (englisch) und 1967 (deutsch).
Die Geschichte ist zwar keine exakte Vorlage für den Film, aber sie enthält viele verwandte Motive. Der weibliche Bösewicht, eine herzlose Herzogin und ihr etwas zurückgebliebener Haushofmeister erinnern an die gemeine Medusa und ihren Gehilfen aus dem Film.
Die Hunde der Herzogin - Tod und Teufel - könnten Pate gestanden haben für Madame Medusas Krokodile Brutus und Nero.
Die böse Herzogin liebt außerdem - wie Madame Medusa - Diamanten. Und sie hat ein Mädchen entführt, das Patricia heißt. Im Film heißt das entführte Kind Penny. Wie Penny wird auch Patricia am Ende der Geschichte adoptiert.
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| Bernard hilft im Diesney-Film Penny bei der Suche nach Diamanten für die böse Madame Medusa. |
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